Ters Audio "Mehrfachsteckdose"
aus dem ars! Magazin 4.06
Ich hab immer was zu Meckern, glauben sie mir. Die schönsten Steckdosenleisten hatte ich schon in der Hand und in der Anlage. Irgendwas passte nie: das fest angebrachte Zuleitungskabel kann man zwar in Wunschlänge bestellen, aber wenn man nur einmal die Anlage um 20cm verschiebt, ist es entweder zu kurz oder schlängelt sich wirr an der Fussleiste entlang. Die gut funktionierende Netzleiste im Kunststoffprofil ist zwar gefiltert, aber nicht gegen Eintreuungen gefeit, und kippt bei der Verwendung von mehr als 2 dickeren Kabeln um- und schon liegt der ganze Salat kreuz und quer hinter der Anlage, und das Nobelzeug sieht einfach nur noch unordentlich und ungeliebt aus. Die High-End-Metallleiste, die nicht umfällt, hat so eng nebeneinander liegende Steckplätze, dass das Steckernetzteil vom "Schnell-mal-ausprobieren-Phonopre" nicht hineinpasst. Und ´ne Kontrollleuchte,die man beim Betreten und Verlassen des Raumes sehen kann, damit man weiss, ob die Anlage gewittersicher hinterlassen wird, wenn man zur Arbeit startet, gibts eh nicht.
Doch?
Ters Audio hat eine. Und weil Steckdosenleisten eben nur Steckdosenleisteun sind, und nicht
wie ein Weihnachtsbaum leuchten müssen, ist diese besonders raffiniert und leuchtet nur, wenn der Stecker
der Zuleitung richtig herum in der Wanddose sitzt. Klar: Die Zuleitung ist nicht fest angebracht.
Die Ters hat eine Kaltgerätebuchse. 1+. Setzen.
Und das lässt man sich nciht zweimal sagen, wenn man die Netzleiste in der Hand hält: Beim Auspacken
vermutet man eher eine Endstufe. Das Gehäuse erinnert eher an eine Komponente als an eine 3er Steckdose.
Und so steht sie dann auch unterm oder im Rack, mit Alufrontplatte und stabilem Gehäuse und der dezenten
blauen LED. Die Steckplätze versammeln sich auf der Rückseite, und hochwertige Schukodosen warten auf
audiophile Verbindung. Mit eindeutiger Markierung der Netzphase.
Zusammen mit den ebenfalls empfehlenswerten Ters-Netzkabeln ergibt sich zumindest: Das Ding ist praktikabel. Es rutscht nicht hin und her, wackelt nicht, klappert nicht, und ich habe nicht das Gefühl, mit der LEiste vorsichtiger umgehen zu müssen als mit einem Tonabnehmer. Passende Alufüsse sind fest montiert...also eine echte Plug ∧ Play- Lösung. Klang? Was soll man darüber schon seriös berichten. Es gibt Anlagenkonfigurationen, die extrem sensibel reagieren, wenn nur ein Netzstecker nicht ausgephast wurde. Es gibt auch Geräte, denen das völlig egal zu sein scheint. Was immer stimmt: Auch von der "Sauberkeit" der Hausinstallation hängt ab, was hinten rauskommt. Um ehrlich zu sein: ich habe schon Steckdosenleisten erlebt, mit denen die Anlage schlechter klang als vorher. Enger. Undynamischer. Oder bei denen die Störgeräuschanfälligkeit grösser war. Geräte verbessern kann eine Steckdose nicht. Aber im optimalen Fall kann sie so gut funktionieren, dass zwischen der direkten Verbindung des Geräts zum Sicherungskasten und der zwischengeschaslteten Verteilung kein hör- und messbarer Unterschied besteht. obwohl es einen bunten Strauss von Übergangswiderständen, Kontakten und Verbindungsdrähten gibt. Und das kann ich der Ters bescheinigen. Sie unktioniert vorbildlich, ist akustisch einfach nicht da - und sieht dabei trotzdem verdammt gut aus. Keine Dynamikbegrenzung, kein Trafobrumm, kein HF-Müll aus meiner Röhrenvorstufe. Einfach nur Musik. Fazit: Eine echte Empfehlung.
Ach ja, um mir treu zu bleiben: Mistding. Nur 6 Steckplätze. :-)
